Liebe Leser,

 

ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Alles Liebe für 2010.

 

Ramon Schack

 

Studio 54, a look back.

 

                                        @Ramon Schack

Wenn jemand die neue „Destiny“ der USA verköpert, die sich auf den Pazifik ausrichten wird, so ist das wohl der 44. Präsident Barack Obama.

Dieser kosmopolite Außenseiter im Weißen Haus, der alle ererbten und anerzogenen Normen Amerikas sprengt, wird am Ende daran gemessen werden, ob es ihm gelingt, das Grauen und den Fluch zu besiegen, welcher aus den Folterzellen von Guantanamo, aus den Ruinen von Faluja und Kandahar, aus den zusammengestürzten Mammon-Tempeln von Wall-Street diese großartige Nation und ihre Gründungsideale mit einem Geruch von Fäulnis und Verwesung zu überziehen drohen. Es wird ein neues Amerika sein, auf dessen enge Partnerschaft die Europäer zwangsläufig angewiesen sind.

Wo liegt die wahre Heimat Barack Obamas, des amtierenden Präsidenten der USA, der fälschlicherweise, basierend auf trübseligen Simplifizierungen seitens ethnisch homogener Schmierfinken, als „Afroamerican“, bisweilen auch als „Black President“, dargestellt wird.

Es ist bestimmt nicht Kansas, wo ihm die liebevolle weiße Großmutter einst gestand, dass sie sich als kleines Kind noch vor dem „schwarzen Mann“ gefürchtet habe.

Kenia kann es auch nicht sein, dessen afrikanische Stammesfehden wie auch das vom britischen Empire hinterlassene Flair ihm fremd blieben.

In das elitär -intellektuelle Milieu der Ostküste, hat er sich am Ende erfolgreich eingefügt, aufgrund seiner brillianten Intelligenz, aber auch aufgrund seiner herausragenden sportlichen Leistungen.

Sein Image als „wonder negro“ wurde er in Harvard allerdings nie los.

In Chicago, wo es zu seinem politischen Durchbruch kam, war es gewiss nicht einfach sich durchzusetzen. In dieser Stadt, der Welthauptstadt des Kapitalismus, von der Saul Bellow schrieb:“Chicago ist nirgendwo, es hat keine Grundlage,..“, fühlt er sich bestimmt nicht heimisch. „Chicago zu lieben“, hat ein anderer Autor, Nelson Algren geschrieben,“ kommt der Liebe zu einer Frau gleich, die eine  gebrochene Nase hat-like loving a women with a broken nose.“ 

Bleibt also nur Hawaii, wo Obama das Licht der Welt erblickte, und wo er den dortigen „Aloha Spirit“ in sich aufgenommen hat.

Dort, im Urlaub,erreichte ihn auch die Nachricht vom verhinderten Terroranschlag in Detroit. „Die Wut des Präsidenten„Lesebefehl:http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E8E5C47ECA7674A11A7915297113C2C1D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

 

„Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.“

Friedrich Nietzsche

 

Gilbert O’Sullivan Alone Again original version the song that i love no : 1

          @Ramon Schack

Nach dem vereitelten Anschlag auf ein Verkehrsflugzeug in den USA, rückt der Jemen in das Blickfeld des CIA.  

Diese Republik, bitterarm, politisch instabil, demographisch explodierend, an einer der strategisch wichtigsten Regionen der Welt gelegen, wird von zahlreichen Konflikten erschüttert. 

Im Jemen, wo Umar Faruk Abdulmutallab zum Terrorkämpfer ausgebildet worden sein soll, bevor er am Freitag offenbar versuchte, ein Flugzeug in die Luft zu sprengen, scheint Al Qaida sich ziemlich sicher zu fühlen. Am 21. Dezember nahmen einige ihrer Führer an einer Veranstaltung südjemenitischer Separatisten teil. Sie fand in der Provinz Abyan statt und war als Protest gegen Bombardierungen der jemenitischen Luftwaffe in der Woche zuvor angekündigt, bei denen in der Provinz mehrere Dutzend Personen getötet worden waren. Ein unmaskierter Führer von Al Qaida ergriff das Wort. Er versicherte der Provinzbevölkerung, dass Al Qaida nicht sie bekämpfe, auch nicht die ungeliebte Armee der Zentralregierung, sondern allein die Vereinigten Staaten und deren Verbündete. „Wir tragen die Bomben allein für Allahs Feinde“, rief er ihnen zu.

Angeblich plant die USA einge Schläge gegen dortige Stellungen der Kaida.Lesebefehl:

 

http://www.handelsblatt.com/politik/international/el-kaida-im-visier-us-militaer-kundschaftet-angriffsziele-im-jemen-aus;2506155

 

Mit offenen Karten – Jemen: Eine Republik der Stämme?

Zitat des Tages

Dezember 29, 2009

Der Mensch ist die Krone der Schöpfung. Nur schade, dass es eine Dornenkrone ist.“

Stanuslaw Jerzy Lec

 

                      @Ramon Schack

Die Lage im Iran bleibt weiter angespannt. Die iranische Gesellschaft ist die modernste im Nahen und Mittleren Osten. Die samtenen Revolutionen von Leipzig bis Tiflis sind in den Städten gemacht worden. In Iran leben mehr als zwei Drittel der Bevölkerung in Städten, ihr Anteil ist damit etwas höher als in Japan. Auf der Straße demonstriert vor allem die urbane Jugend. Die heute 20 bis 35 Jahre alten Männer und Frauen, die das prowestliche, säkulare Sha-Regime nur noch aus Erzählungen kennt.

Eine politische Generation, erzogen in der Strahlkraft der revolutionären Mythen, die nun zur entleerten Propaganda werden, richten sich gegen das theokratische System und vergleichen die knüppelnden Volksmilizen der Basidschi mit der Knüppelpolizei des Schahs.

Diese jungen Menschen nutzen die Symbolik und Mythen der Islamischen Republik, wie beispielsweise jetzt das  schiitische Ashura-Fest .

Der Oppositionsführer Karrubi kritisierte auf seiner Webseite den harten Polizeieinsatz und erklärte, selbst das Shah-Regime habe das heilige Ashura-Fest respektiert.

In diesem Zusammenhang sei ein kleiner religiöser Exkurs gestattet:

Mit dem Ashura-Fest gedenken die Schiiten der Schlacht von Kerbala im heutigen Irak im Jahre 680. Dabei starben der Imam Hussein, ein Enkel des Propheten Mohammed, und fast alle seiner männlichen Verwandten. Die Schlacht zementierte das Schisma (die Teilung) des Islam in eine schiitische und eine sunnitische Glaubensrichtung.

Die frommen Schiiten verharren im Haß ihrer sunnitischen Gegner und insbesondere jener in Saudi-Arabien alles beherrschenden , extrem intoleranten Sekte der Wahhabiten, die seit ihrem Entstehen im achtzehnten Jahrhundert die schiitischen Heiligtümer in Nedschaf und Kerbala häufig zerstören ließ. Da auch die Terrororganisation Al-Quaida in der Korandeutung des Wahhabismus wurzelt, ein Radikalismus, der auch auf die Taleban Afghanistans übergreifen sollte, kann es keine Gemeinsamkeit geben zwischen Osama bin Laden und seinen Anhängern mit dem Achmedineshad-Regime von Teheran . Dieser Gegensatz steigerte sich sogar während des iranisch-irakisch Krieges zu glühendem Hass. Der irakische Diktator Sadam Hussein, damals „everybodys darling“ in Ost und West, sprach seinerzeit ja sogar von den drei  Plagen,  die Gott  nicht hätte erschaffen sollen:“Perser, Juden und Fliegen“.  

Viele Schiiten interpretieren die Schlacht als Kampf für die Freiheit. Anhänger des späteren Revolutionsführers Ajatollah Ruholla Khomeinyi hatten während des Ashura-Fests gegen das Schah-Regime protestiert. Nun versucht die Opposition die Symbolik des Festes für sich zu nutzen.

Erneut kam es zu Todesopfern, erneut schlugen die Prügelgarden des Regimes erbarmungslos zu.

Welche Folgen wird der anhaltende Aufruhr für die Stabilität des Regimes haben? In diesem Zusammenhang sei noch einmal daran erinnert, dass die Herrschaft Reza Pahlevis und seiner Kamarilla erst dann beendet war, als die Basaris, die Einflussreichen Händler, der „Leuchte der Arier“, wie der Shah sich zu nennen pflegte, die Gefolgschaft verweigerten. Bisher verhalten sich die Basaris  ruhig.  Lesebefehl:http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1228/feuilleton/0008/index.html

„Fly American“ ein Werbefilm aus dem Jahr 1933. Sehr sehenswert..

 

Fly American! 1933

                     @Ramon Schack

Vor einem Jahr, unmittelbar vor dem Amtsantritt Barack Obamas in den USA, kurz vor den Parlamentswahlen in Israel, begann die Operation „Gegossenes Blei“-die israelische Militäroffensive im Gaza-Streifen

Lesen Sie dazu auchhttps://ramonschack.wordpress.com/2008/12/29/tage-und-nachte-in-gazaschicksalsstunden-im-nahen-osten/      

Als ich im Frühjahr 1999  durch die Straßen von Gaza bummelte, fühlte ich mich, trotz meines damaligen Alters von 27 Jahren, wie ein Greis. Das Durchschnittsalter der Passanten auf den Straßen schien bei 14  zu liegen. Damals wie heute lebt in diesem absurden, überbevölkertem Gebietsstreifen eines der jüngsten, und am schnellsten anwachsenden  Bevölkerungen der Welt.  

Schon damals hegte ich,  angesichts dieser demographischen Realitäten, die abgeschwächt auch auf die Bevölkerung der Westbank und der arabischen Bevölkerung Israels zutreffen, die größte Skepzis, gegenüber den naiven Theorien von einer angeblich friedlichen Nachbarschaft zwischen zwei Staaten Israel und Palästina. 

Nach vorsichtigen Prognosen wird sich die Bevölkerung in Gaza alle 25 Jahre verdoppeln, werden immer größere Kontigente von jungen Männern ohne berufliche Perspektive, versehen mit einem kollektiven Samenkoller, zu einem unwürdigen Dasein -auf niedrigstem sozialen Niveau- verdammt sein, als fruchtbarer Boden für weitere revolutionäre Unruhen.

Die Einwohner Gazas empfingen den ausländischen Besucher mit äußerster Gastfreundschaft. Trotz der trübseligen sozialen Lebensumstände, am Rande des Existenzminimums, war den Einwohnern Gazas eine Spur von levantinischer Lebensfreude und Aufgeschlossenheit nicht ausgetrieben wurden.

Überhaupt habe ich auf meiner damaligen ausgedehnten Reise durch den Nahen Osten, Israel und die  arabische Halbinsel folgende Erfahrung gemacht. Ich bin überall Menschen begegnet.Menschen mit ihren Stärken und Schwächen, Wünschen, Sehnsüchten , Ängsten und legitimen Interessen, auf allen Seiten. Eine vielleicht schlichte Erkenntnis, die heutzutage  allerdings viel zu kurz kommt .

Meine Gesprächspartner in Gaza hegten gegenüber den Israelis keinen Hass. Im Gegenteil. Damals hatten die meisten Menschen noch Kontakt zu Israelis, als Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor des „Jüdischen Staates“ . Inzwischen ist in Gaza ja eine Generation herangewachsen, die Israelis ja nur noch als schwerbewaffnete Soldaten kennengelernt hat, deren überlegenes Waffenarsenal Tod und Verderben in die Straßen trägt. 

Inzwischen ist der Gaza-Streifen ja ökonomisch völlig stranguliert. Die erwähnten Jobs in Israel werden heute von importierten Gastarbeitern aus Rumänien und der Türkei, den Phillipinen und Thailand erledigt. Eine Tendenz die damals schon im Gange war.    

Schon damals hatten die Eiferer der Hamas regen Zulauf. Nicht aufgrund der in der Charta dieser Bewegung erklärten Richtlinie, den Staat Israel zerstören zu wollen, sondern aufgrund der allgegenwärtigen sozialen Hilfestellungen,  die diese sunnitischen Fundamentalisten der darbenden Bevölkerung gewährten.   

Für Arafat und seine Tunis-Clique, die 6 Jahre zuvor nach Gaza zurückgekehrt war, hatten die meisten Einwohner  nur noch Verachtung übrig. Das Ausmaß an Korruption spiegelte sich in den ordinären Prachtbauten wieder, die sich die PLO-Kamarilla an den Stränden errichtet hatte, nachdem die Hütten der armen Fischer abgerissen wurden waren. 

Meine Freunde in Tel Aviv hatten mich für verrückt erklärt, gleichzeitig auch Bewunderung aufgrund meines angeblichen Mutes ausgedrückt, als ich ihnen von meinen Reiseplänen nach Gaza ezählte.

Ich hatte mich dem palästinensischen Gärtner meiner israelischen Gasteberin angefreundet, der ihr feudale Anwesen in Moshaw Mishmar Haschiwa betreute. Der junge Mann kam aus Gaza und ich nahm seine Einladung nur zu gerne an. 

Als ein Checkpoint Charlie im Heiligen Land empfand ich die Passierstelle zwischen Gaza und Israel, die damals wie heute den Namen Erez trägt. Noch mehr erinnerte mich diese Demarkationslinie allerdings an die früheren Grenzübergänge von West-Berlin in die DDR, die ich noch aus meiner Kindheit und Jugend im Zeitalter des Kalten Krieges kennengelernt hatte. Unter den flatternden Fahnen des David-Sternes, erstreckte sich ein ausgeklügeltes System von Betonklötzen und Kontrollposten. Aus Sicherheitsgründen war an eine weitere Benutzung meines israelischen Mietwagens nicht zu denken. Ich bewegte mich als einziger Grenzgänger auf diesem offenen Terrain.Ein mulmiges gefühl kam dabei auf, ich empfand mich als potentielle Zielscheibe irgendeines anonymen Mauerschützen und trotz der hellen Mittagssonne-in eine Romanszene John Le Carrés versetzt. Wer Erez so passierte, fühlte sich ein wenig wie der Spion , der aus der Kälte kam.

Bei den uniformierten israelischen Beamten, viele von ihnen Neueinwanderer aus Russland und Äthiopien, ging es zwanglos und burschikos zu.

Mein arabischer Gastgeber erwartete mich in einer weiteren Baracke. Mit den jüdischen Kontrolleuren ging er jovial und selbstbewußt um, die Soldaten erwiederten sogar seine Freundlichkeiten. Immer wieder ist es erstaunlich, wie nett potentielle Feinde, besonders in dieser Region, im persönlichen Umgang miteinander umgehen.  

Der Gaza-Streifen, 50 Kilometer lang, 15 Kilometer breit, war schon immer umkämpft. Lesebefehl:http://www.handelsblatt.com/politik/international/chronik-warum-der-gaza-streifen-so-umkaempft-ist;2503078

„Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht.“

Kurt Marti

Jose Feliciano – Feliz Navidad

 

                  @Ramon Schack

Osama Bin Laden hat mit dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush zumindest eine Gemeinsamkeit: Er betrachtet den Iran als Schurkenstaat.

Die schiitische Theokratie von Teheran ist für den Paten des sunnitisch-wahabitischen Terrornetzwerkes, welches im Westen unter dem Sammelbegriff Al-Quaida fungiert, eine ketzerische Provokation.

Lesen Sie dazu auch: https://ramonschack.wordpress.com/2009/10/19/iranselbstmordanschlag-in-baluschistanbedroht-al-kaida-den-iran/

Wird ein Teil der Bin Laden Sippe im Iran festgehalten?

Mehrere enge Angehörige des  Extremisten Osama bin Laden leben einem Bericht der englischen Zeitung The Times zufolge streng bewacht in der Nähe der iranischen Hauptstadt Teheran.

Lesebefehl:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2009-12/binladenfamily