Friedensnobelpreis für Obama:“Ich habe keine Lösung für das Problem Krieg“

Dezember 10, 2009

 „Clark, der letztes Jahr die Expedition ins Afargebiet Nordäthiopiens leitete, sowie Tim D. White von der Universität Berkeley     erklärten zudem, die genauere Untersuchung des dort aufgefundenen, 300 000 Jahre alten Schädels habe ergeben, dass dieser skalpiert worden sei.“

 THE YUMA DAILY SUN/13. Juni 1982              

    „Krieg ist Frieden„-George Orwell 1984

                    @Ramon Schack

Als Barack Obama Ende letzten Jahres sein hohes Amt antrat, wurde er mit dem verheerenden innen- und außenpolitischen Erbe seines Vorgängers konfrontiert.    

Noch ist es zu früh, über das Ausmaß der Rezession in der Real-Wirtschaft zu spekulieren, die sich aus dem Zusammenbruch der Hypothekenbanken und der Finanzbastion vor allem in den USA beinahe zwangsläufig ergeben haben. Allerdings sind die Folgen für Bevölkerung in den USA bis heute deutlich spürbar.

Wenn die Banknoten eines Staates mit dem Spruch versehen sind:“IN GOD WE TRUST“, dann nimmt der Währungsverfall eine beinahe theologische Dimension an. Auf jeden Fall findet ein irreparabler Prestigeverlust statt, der inzwischen nur durch das Charisma von Barack Obama  abgemildert wird.

Das wirliche Scheitern dieses Systems offenbarte sich in der arroganten Hochburg des Weltkapitalismus, wo sich unter der unrühmlichen Amtszeit von George W. Bush ein horrendes Haushaltsdefizit aufgetan hatte und eine an Kriminalität grenzende Manipulation fauler Kredite die radikale Umkehr zu staatlichem Dirigismus erzwang. Man denke in diesem Zusammenhang an die von Insolvenz bedrohten Bankhäuser, die kurzerhand nationalisiert wurden. Eine Maßnahme die von den Vertretern der “reinen Liberalen Lehre“, noch vor kurzem, als abscheulicher Akt von marxistischer Kommandowirtschaft verurteilt wurden wäre.Das die Verursacher dieser Krise, die frivolen Spekulanten und betrügerischen Zocker, daraufhin am lautesten um staatliche Kredite bettelten , führte auch nicht gerade zu einer Werbekampagne für die Vorzüge des Freihandels.    

Der Kommentator Roger Cohen drückte das damals sehr drastisch aus:“The two M´s-Money and Me-became the loadstone of the Zeitgeist and damn these distant wars“.Der Verlust der Gründertugenden, die Amerika groß gemacht haben, ist wohl das verhängnisvollste Kennzeichen dieser Entwicklung.  Dem amtierenden US-Präsidenten konnte es in den vergangenen 12 Monaten gar nicht gelingen, die Auswirkungen dieses epochalen Wirtschaftseinbruches abzumildern. 

F.D Roosevelt gelang es zu Beginn der 1930 er Jahre die damalige Wirtschaftskatastrophe einzudämmen, nachdem sein Vorgänger Herbert C. Hoover noch bis zuletzt beteuert hatte”Business as usual, prosperity is around the corner”.Allerdings war die ökonomische Stabilisierung der Roosevelt-Politik nicht dauerhaft. Der Rückfall in die Stagnation wurde nur durch das zunehmende Eingreifen der USA in die kriegerischen Wirren Europas, bis hin zum totalen Kriegseintritt und die damit verbundene  Ankurbelung einer gigantischen Rüstungsindustrie überwunden.

 Was nun die außenpolitischen Merkmale Obamas bisheriger Amtszeit angeht, so ist wenigtens eine neue Tendenz zu erkennen. Es wäre ja auch Naiv anzunehmen, der Präsident der Supermacht könnte die globalen geostrategischen Zielsetzungen der USA, gemessen an den Realitäten, in ein ewiges Love and Peace -Festival umwandeln.

Seltsamerweise hat sich US-Präsident Obama  für eine fatale Gewichtsverlagerung , der US-Militärmaschinerie, von dem Irak nach Afghanistan ausgesprochen und sogar für bewaffnete Übergriffe auf die „tribal areas“ Nord-Pakistans plädiert.       

Offenbar ist er sich nicht bewußt, dass er sich mit der Einbeziehung der Islamischen Republik Pakistan in  den Gespensterkrieg gegen den islamischen Terrorismus mit einem turbulenten, unkontrollierten Staat von 170 Millionen Muslimen(mehr Einwohner als Russland) anlegt und dass das Regime von Islamabad zudem über Atombomben verfügt. Lesen Sie dazu auch mein Interview mit Peter Scholl-Latour: http://www.freitag.de/politik/0911-afghanistan-obama-taliban-verhandlungen

 Mein Blick schweift aus dem Fenster, über die Dächer Berlins. In der Ferne, trotz winterlicher Witterung, erkenne ich die Kuppel des Bundesstages. Fast 65 Jahre, der längste  Zeitraum seit Menschengedenken, hat es in diesem Teil der Welt keinen Krieg mehr gegeben.Ob man sich dieser Tatache, dieser Laune und diesem Glücksfall, eigentlich-im ausreichenden Maße- bewußt ist? Betrachtet man die Geschichte der Menschheit, so kann man zu der Erkennntnis gelangen, dass nicht der Frieden, sondern der Krieg, der Normalzustand der Menschheit ist. Der Krieg ist so alt wie die Menschheit selbst, es wird ihn geben, in welcher Form auch immer, so lange der Mensch existiert-weil es seiner Natur entspricht.      

Während ich diese Zeilen schreibe, wurde Barack Obama, in der beschaulichen norwegischen Hauptstadt Oslo, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

„Ich habe keine Lösung für das Problem Krieg!“, sagte der US-Präsident, sichtlich bewegt, bei seiner Rede.

Lesebefehl:http://www.handelsblatt.com/politik/international/friedensnobelpreis-ich-habe-keine-loesung-fuer-das-problem-krieg-dabei;2497254

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4 Responses to “Friedensnobelpreis für Obama:“Ich habe keine Lösung für das Problem Krieg“”

  1. Mitch Cohen Says:

    Lieber Ramon,

    Bush verdoppelte die Defizit in 8 Jahre; Obama verdoppelte DIESE Defizit wieder in 3 Monaten. Faule Kreditmanipulationen führte nicht zu Dirigismus, sondern der schon existierende Dirigismus hat Kreditmanipulationen, nicht nur am Häusermarkt, ermöglicht und ermutigt.
    Wirklichkeit ist etwas anderes, als die manipulierende Zuteilung von sympathische Image durch die Medien.
    Gruß, Mitch Cohen

  2. Tina Says:

    Mitch-in welcher Traumwelt leben Sie eigentlich?

    Obama hat den Preis für mich ohne den geringsten Zweifel verdient. Ich habe alle seine Reden verfolgt, seine ehrlichen Bemühungen verfolgt, und kann danach beurteilen: Ja, er hat ihn absolut verdient. Allerdings hätte – und das verantwortet der zu Unrecht viel kritisierte Obama nun wirklich nicht – das Nobelpreiskomitee noch ein, zwei oder drei Jahre mit der Auszeichnung warten können. Früher oder später hätte er den Preis jedenfalls bekommen müssen.

    Ich freue mich heute sehr für ihn, und bin gleichzeitig verbittert über die unberechtigte Häme, die ihm dafür entgegen schlägt und die es ihm nicht leichter macht. Er ist der sicherlich beste US-Präsident seit F. D. Roosevelt, aber die Welt sieht es nicht, wenigstens aber nicht die Deutschen. Das spricht nicht für die Deutschen.

  3. Klaus-Dieter Says:

    Tja, das wars ja dann wohl mit der dem ehrenwerten Friedensnobelpreis!

    Was mit der Preisvergabe an den Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant, und der Auszeichnung der Friedensforscherin Bertha von Suttner einst so verheißungsvoll begann ist nun in den letzten Jahrzehnten, man möchte meinen planmäßig, ruiniert worden.

    Der große moralische Anspruch des Friedensnobelpreises, der zuletzt 1991 durch die Preisverleihung an die burmesische Oppositionelle Aung San Suu Kyi geadelt wurde, ist in den folgenden Jahren vollkommen auf den Hund gekommen. Ein unvergessener Tiefpunkt war dann die Verleihung an den Ober-Korrumpel und Terroristen Jassir Arafat im Jahre 1994.

    Und jetzt also der Kriegsnobelpreisträger Obama, mit dem sich das Nobelpreiskomitee seines letzten Restes an Glaubwürdigkeit beraubt hat. Obama ist gerade dabei in Afghanistan Vietnam reloaded zu inszenieren und zwischendurch holt er sich in Oslo noch kurz die schöne Medaille ab und nimmt die Gelegenheit wahr erneut dämlich zu quatschen. Wenn er einen Arsch in der Hose gehabt hätte, hätte er den Nobelpreis schlicht abgelehnt, aber das ging wohl nicht.

    Beschämenderweise hat ihm dass der nordvietnamesische Kommunist Lê ??c Th? 1973 vorgemacht, der wohl wußte, dass er kein Chorknabe war und daher des Preises nicht würdig war. Der PR-versessene Obama hat das aber nicht über sich gebracht

  4. Ingo Says:

    Diejenigen, die hier gegen Obama und Amerika Stimmung machen, sind auch die ersten die den moralischen Nazi-Zeigefinger heben wenn man etwas gegen SED-Linke oder nicht integrierbare Migranten äußert. Jedoch weißt ihr Geschichtsbewusstsein riesen Lücken auf, wenn es darum geht sich zu erinnern, wem Deutschland Freiheit, Wohlstand und Demokratie zu verdanken hat. Es wahren die Amerikaner, Franzosen und Engländer, die uns vor den Hegemonial-Bestreben der Russen beschützt haben, die uns Wohlstand und Freiheit ermöglicht haben im Gegensatz zu den unmenschlichen Lebensbedingungen in der DDR.
    Sicherlich sagt ein guter Freund dem anderen wenn er eine Fleck im Gesicht des Freundes seiht, aber das sollte mit Respekt und Achtung geschehen. Die meisten die sich hier auslassen Amerika- und Isrealhasser, auch wenn sie im roten Gewand daher kommen. Deshalb nie wieder Faschismus weder rot noch braun

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