Kundus-Affäre:Schneiderhan nennt Guttenberg einen Lügner

Dezember 16, 2009

                                      @Ramon Schack

Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr Wolfgang Schneiderhan setzt sich zur Wehr: „Ehrenrührig“ und „unwahr“ nennt  er dieÄußerungen von Verteidigungsminister Guttenberg. Dieser hatte Schneiderhan beschuldigt, ihm Informationen zum umstrittenen Luftschlag in der Nähe von Kundus vorenthalten zu haben. http://www.handelsblatt.com/politik/international/ex-generalinspekteur-schneiderhahn-zu-guttenberg-sagt-die-unwahrheit;2500624

Davon einmal abgesehen, wer immer in diesem Fall die Unwahrheit verbreitet, gelogen wird  bezüglich des Krieges in Afghanistan schon seit vielen Jahren.   

Spätestens seit dem Jahr 2003 liegen in Berlin Berichte  des Bundesnachrichtendienstes vor, die vor einer fatalen Entwicklung in Afghanistan warnen.

Seitdem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff, auf einen Tanklastzug, welcher im September zahlreiche Menschenleben forderte, hat sich die dortige Sicherheitslage dramatisch verschärft.  http://www.nzz.ch/nachrichten/international/nato_geht_von_mindestens_125_toten_bei_kunduz_aus_1.3502340.html

Im Süden Afghanistans, dort wo Briten, Kanadier und Niederländer sich in ihren Festungen einbunkerten, mündete die zunehmende Agressivität der Taliban in einen jahrelangen Stellungskrieg. Nur durch den massiven Einsatz der US-Luftwaffe, sowie einem enormen Blutzoll unter der Zivilbevölkerung, wurden die Taliban mühsam in Schacht gehalten.

Im Norden Afghanistans, im deutschen Befehlsbereich, ist die Situation zwar relativ ruhig, stabil ist sie längst nicht mehr.

 

 Der Unterschied in dieser Region besteht darin, dass dort die iranischen Tadschiken leben,die gegen den überwiegend den Paschtunen angehörenden Taliban bis zum Eingreifen der Amerikaner 2001 Widerstand geleistet und sich in der Nordallianz dem Unternehmen Enduring Freedom angeschlossen haben.  

Inzwischen wurden diese kampferprobten Verbündeten des Westens aus den einflußreichen Postionen in der afghanischen Regierung verdrängt, die ihnen Präsident Karzai ursprünglich eingeräumt hatte, durch paschtunische Warlords, gekaufte Taliban-Elemente, skrupellose Drogen-Bosse, frühere Kommunisten und Emigranten. Lesebefehl: https://ramonschack.wordpress.com/2007/09/09/er-starb-2-tage-vor-911-achmed-shah-massoud-der-wahre-vater-afghanistans/

Angesichts dieser fragilen politischen und militärischen Rahmenbedingungen könnte es auch im Norden, dort wo die Bundeswehr stationiert ist, jederzeit zu einem gewaltigen Aufstand kommen.

In so einem Fall wäre die isolierte Bundeswehr-Garnision von Faizabad zur Kapitulation gezwungen, die in Kundus und Mazar-e-Shari stationierten Truppenteile wären dann zu einem verzweifelten Durchbruch in Richtung usbekische oder tadschikische Grenze gezwungen, zumal es im Bundesverteidigungsministerium nicht einmal einen Evakuierungsplan gibt, der einen solchen Namen auch verdient hätte.   

In der westlichen Öffentlichkeit findet bezüglich Afghanistan  seit 2002 eine permanente Desinformation statt. Wer will denn schon zur Kenntnis nehmen, dass das abscheuliche Attentat von NINE ELEVEN nicht das Werk indoraischer afghanischer Freischärler, sondern saudi-arabischer Studenten war. Al Qaida ist keine afghanische , sondern eine saudische Organiation. Finanziert wird sie – so berichten US-Medien- zu einem wesentlichen Teil durch den Trust „DAR-el Maal el Islami“ des hoch angesehenen Prinzen Mohammed el Faisal und seinesgleichen. Vergessen wir auch nicht, daß Osama Bin Laden seine „Grüne Fremdenlegion einst in enger Kooperation mit dem CIA rekrutierte, um sie gegen die damalige sowjetische Okkupation Afghanistans einzusetzen. Sogar an der Aufstellung der Taliban-Horden des Mullar Omar waren amerikanische und pakistanische Geheimdienstler maßgeblich beteiligt. Viel zu spät entdeckten sie , daß sie sich  mit unheimlichen Gesellen eingelassen hatten:Lesen Sie dazu auch:  https://ramonschack.wordpress.com/2007/10/26/sleeping-with-the-devil-mit-dem-teufel-schlafensaudi-arabien-und-die-usa/

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2 Responses to “Kundus-Affäre:Schneiderhan nennt Guttenberg einen Lügner”

  1. Fallada Says:

    Guttenberg also kein Hoffnungsträger sondern aalglatt und unehrlich, warum mich das bei unseren Karreristen in der Politik nicht wundert.

    Im Gegensatz dazu gibt es keinerlei Zweifel an Schneiderhahns Loyalität zu Deutschland, seinen Soldaten und dem Ehrbegriff. Ein Ehrbegriff der unserer politischen „KLasse“ und ihren Sympathisanten und Komparsen völlig fremd ist

  2. Liberal-Konservativ Says:

    Wie ein Kindergarten ereiferten sich die Herrschaften der Opposition in der aktuellen Stunde im Bundestag, ganz getreu dem Motto „… ist der Ruf erstmal ruiniert“. Furchtbar sowas als Bürger mitanzusehen, wie dort gebrüllt wurde…und vermutlich noch schlimmer für die Soldaten, die diesen Beitrag im Bundeswehr TV in Kunduz etc. sehen werden. Die Frauen und Männer, die dort unten 24/7 ihren Leib und ihr Leben riskieren, abgesegnet von den Sesselpupsern die heute besonders laut rumtönten. Endlich hat die Bundeswehr mal einen Verteidigungsminister der diesen Posten auch ausfüllt und schon meint die Opposition ihn absägen zu müssen, weil sie Angst habe, dass dieser neue Typus von Politiker ihnen das Wasser und somit die Lebensgrundlage abgräbt. Meine Damen und Herren von Linke, Grüne und SPD, sie werden noch große Augen machen, wenn Herr Guttenberg bei der nächsten Wahl zum Bundeskanzler ernannt wird…

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