Terrorexperten Guido Steinberg: Fehler der USA haben El-Kaida stark gemacht

Januar 5, 2010

                     @Ramon Schack

Wer erinnert sich heute noch daran, dass seinerzeit die fanatischen und finsteren Horden der Taleban durch die kombinierte Aktion der USA und Pakistan ins Leben gerufen wurden?

Den unersättlichen Ölkonzernen und ihren Lobbys ging es in erster Linie darum, eine Stabilisierung Afghanistans zu erwirken, wo die diversen Mudjahidin-Fraktionen nach Abzug der Sowjets in blutige Anarchie abgeglitten waren.

Die Bush-Administration war bereit, die schlimmsten Auswüchse des islamischen Fundamentalismus am Hindukusch in Kauf zu nehmen, wenn ihr als Gegenleistung ausreichend Sicherheit geboten würde, um den Transport der reichhaltigen Öl-und Gasreserven Zentralasiens an Russland und dem Iran vorbei durch afghanisches Territorium über Herat bis zu den pakistanischen Häfen am Indische Ozean zu gewährleisten.

Das damalige Abkommen zwischen den Taleban-Führer Mullah Omar und dem US-Konzern UNOCOL war in Kandahar reif zur Unterschrift, und niemand fragte damals danach, ob die Frauen Afghanistans die Burka tragen würden und ob die Einheimischen weiter einer exzessiven, pervertierten Auslegung der Scharia ausgeliefert sein würden. Erst diverse anti-amerikanische Anschläge, die in der Tragödie von 9/11 gipfelten, hatten dieser skrupellosen Planung ein jähes Ende bereitet.   

Die Wahabiten aus Saudi-Arabien, dem engen Verbündeten der USA, waren damals die großen Gönner der Taleban.

Lesen Sie dazu auch: https://ramonschack.wordpress.com/2007/10/26/sleeping-with-the-devil-mit-dem-teufel-schlafensaudi-arabien-und-die-usa/

Die Fehler der USA haben El-Kaida stark gemacht, sagt Terrorexperte Guido Steinberg heute in einem Interview.Lesebefehl:http://www.handelsblatt.com/politik/international/regierungsberater-fehler-der-usa-haben-el-kaida-stark-gemacht;2506880

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5 Responses to “Terrorexperten Guido Steinberg: Fehler der USA haben El-Kaida stark gemacht”

  1. Wolfgang Says:

    Sehr aufschlussreich

  2. Trisha Says:

    90% aller Terroristen auf der Welt werden doch sowieso von den USA ausgebildet. In den 80ern haben sie die Mudschaheddin in Afghanistan ausgebildet und mit Waffen versorgt. Heute führen die USA Krieg gegen sie. Genauso war es mit dem Irak. Zuerst mit Waffen beliefert und dann zum Feind erklärt. Jetzt wird der Jemen unterstützt, um nach ein paar Jahren festustellen, dass man den gleichen Fehler wiederholt hat.

    Anscheinend sind die USA nicht in der Lage etwas zu lernen. Wären sie es, dann würden sie die Ursachen des islamistischen Terrorismus bekämpfen, allen voran den schwellenden Palästina-Konflikt lösen und nicht ihre einseitge Nahostpolitik weiterverfolgen


  3. „Die Bush-Administration war bereit, die schlimmsten Auswüchse des islamischen Fundamentalismus am Hindukusch in Kauf zu nehmen“

    die Taliban kamen 1996 mitten in der Clinton-Ära an die Macht.

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2009/08/25/die-ruckkehr-der-realpolitik/

    sowie die Unterstützung der Mujaheddin 1979 in der Carter-Ära eingeleitet worden war.

    http://www.globalresearch.ca/articles/BRZ110A.html

  4. ramonschack Says:

    @Trisha
    90% aller Terroristen auf der Welt werden doch sowieso von den USA ausgebildet“

    Das ist Quatsch

    @Aron
    Richtig. Aber das erwähnte Abkommen wurde unter Bush eingefädelt..


  5. die Amerikaner wären auch unter Bush dazu bereit gewesen, mit den Taliban zu kooperieren, obwohl sie ein grausames mittelalerliches Regime aufgezogen hatten und der Al Qaida eine Heimstätte gegeben hatten, von der sie ihre Terrorcamps betreiben konnte und ihren weltweiten Terror in Ruhe planen konnte.

    stimmt zweifellos…

    Realpolitik ist auch den Republikanern bestimmt nicht fremd – Bush senior hatte auf eine Absetzung Saddams verzichtet, weil die Folgen nicht absehbar waren – die Probleme, die Bush jun. dann im Irak hatte, haben gezeigt, dass der alte Bush mit seinen Befürchtungen wohl nicht falsch lag.

    genauso ist Demokraten „idealistische“ Außenpolitik nicht fremd. Bill Clinton hatte immerhin in 2 kriegen zugunsten der Bosnier und der Kosovaren eingegriffen (hier decken sich meine Ansichten mit PSLs Ansichten – die einseitige Parteinahme wäre in der Form nicht notwendig gewesen)

    mit der einseitigen Parteinahme erntete man antiamerikanische Paranoia in der slawischen Welt (ich weiß wovon ich spreche: siehe meine private e-mail) und die dankbarkeit der muslimischen Welt konnte man dann bei 9/11 beobachten

    mit den Anschlägen von 9/11 wurde ein Punkt erreicht, bei dem man mit Realpolitik ohnehin nicht mehr weitergekommen wäre, nachdem sich die Taliban weigerten Osama auszuliefern – und die Absetzung der Taliban wurden von allen (sogar auch von der rotgrünen deutschen regierung) unterstützt…

    auch die Bush jun. Administration verfolgte neben dem Irak-Demokratie-Abenteuer gegenüber Regimen, die sich trotz undemokratischer systeme nicht gegen die USA stellten (das autoritär regierte Pakistan, Saudi-Arabien) weiterhin „Realpolitik“ (bei diesen beiden ist PSL, der gegenüber den totalitären Taliban und Mullahs „Realpolitik“ einfordert, unerbittlich streng)

    wenn es Obama schafft, es besser als seine Vorgänger zu machen, und die ideale Abstimmung zwischen „Realpolitik“ und „Idealismus“ findet, umso besser – ich wünsche es mir.

    die Bedrohungen, denen die Welt gegenübersteht, sind auf alle Fälle „real“ – Obama wird auf seinem Weg seitens der Republikaner hart kritisiert werden, der besondere Hass wird im als „real“ handeln müssender Präsident besonders von seiten jener treffen, die glauben, alle Bedrohungen seinen ohnehin „von der USA selbst gemacht“

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