Die Tragödie des Westens/Im Zeitalter des asymmetrischen Krieges

Januar 6, 2010

 

                    @Ramon Schack

 Vor einem Jahr interviewte ich Robert Baer in New York City.

Wir hatten uns in einem kleinen  kolumbianischen Restaurant in Spanish Harlem verabredet.

Die Bücher dieses ehemaligen CIA-Agenten sorgen in den USA regelmäßig für großes Aufsehen.
Baers Werke See No Evil und Sleeping with the Devil lieferten die Vorlage für den 2005  fertiggestellten Film Syriana.
Die Person des Film-Charakters Bob Barnes -gespielt von George Clooney- wurde Robert Baer nachempfunden.
Damals stellte ich Baer fünf Fragen zu seinem neuen Buch“The Devil we know“, bitte den Link anklicken. http://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-ist-eine-insel-der-stabilitaet;2125354
Nachdem ich mein Diktiergerät ausgeschaltet hatte, warnte Baer davor die Macht des CIA zu überschätzen.“Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, daß seit dem Triumph der Allierten über Deutschland und Japan kein einziger Krieg mehr nachhaltig gewonnen wurde?Sehen wir einmal von den konventionellen Großeinsätzen in Korea,Vietnam ab-nirgendwo, nicht einmal bei den belanglosen Scharmützeln von Somalia, beim gescheiterten Blue Strike-Unternehmen im Iran, beim Einsatz der Contras in Nicaragua-von dem Debakel Kennedys in der Schweinebucht ganz abgesehen“ 
    
An diesem Nachmittag, im schumrigen Licht der Gaststätte, kamen wir überein, habe sich im Südlibanon, im Irak, in Afghanistan längst bestätigt, daß die konventionelle Kriegsführung der NATO-Stäbe, aber auch Russlands und Israels, mit der Abnutzungsstrategie, die den Kern des asymmetrischen  Krieges bildet, nicht zurechtkommt. Die ungeheurliche Duchschlagskraft neuer Monsterbomben, inklusive der „bunker buster“, hat sich sowohl im Hindukusch, als auch im levantinischen Küstengebiet als untauglich erwiesen, die EL-Quaida-Truppe Bin Ladens oder die Hizbollah des Scheich Nasrallahs in irgendeiner Weise zu zermalmen.
Zum Abschluss unseres Gespräches , während ich auf ein Taxi wartete, zitierte Robert Baer den Nordvietnamesen Trong Ching ,bezüglich einer erfolgreichen Guerilla-Taktik:“ Das  Leitprinzip der Strategie unseres Widerstands muß es sein, den Krieg in die Länge zu ziehen.Den Krieg zu verlängern ist der Schlüssel zum Sieg.“-Diese Taktik wird auch vom Widerstand in Afghanistan angewandt. Das ist die Tragödie des Westens„, dozierte er.
 
Als ich mein Taxi bestieg, nachdem ich mich von meinem Gesprächspartner verabschiedet hatte, schaute ich Robert Baer noch einmal nachdenklich hinterher. Er hatte seinen Mantelkragen hochgeklappt und verschwand mit schnellen Schritten aus meinem Blickfeld.
Vor einigen Tagen erlitt der CIA in Afghanistan eine vernichtende Niederlage. Einige der führenden Agenten wurden dabei getötet.
 Das Versagen der Nachrichtendienste ist laut einem Bericht eine Folge einer aus dem Kalten Krieg stammenden, untauglich gewordenen Einstellung. Das Problem sei nicht Mangel an Information, sondern deren Verarbeitung. Es sei nicht hilfreich, sich darauf zu konzentrieren, Bombenleger zu finden. Der Krieg werde nicht gewonnen, indem man den Feind zerstöre, sondern indem man das Volk für sich einnehme. Die Nachrichtendienste rennen laut eines führenden CIA-Mitarbeiters wie ein Kampfstier auf das rote Tuch der Taliban los. Die Annahme sei zweifelhaft, der Stier werde länger aushalten als der russische Bär – eine Anspielung darauf, dass die Sowjets aus Afghanistan einst geschlagen abziehen mussten.
Während die Nato-Truppen in Afghanistan auf riesige ungelöste Probleme zu steuern, scheint sich im sogenannte Krieg gegen den Terror  eine weitere Front zu eröffnen.
Basierend auf starkem innenpolitischen Druck, nachdem vereitelten Anschlag auf eine Passagiermaschine in Detroit, bereitet die Obama-Administration  militärische Operationen im Jemen vor. Lesen Sie dazu auch:  http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/die-verknuepfung-der-kriege/
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One Response to “Die Tragödie des Westens/Im Zeitalter des asymmetrischen Krieges”

  1. Trisha Says:

    Wahrscheinlich versucht der CIA die Friedenspolitik von Obama zu sabotieren.

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