Afghanistan:Taliban greifen Kabul an

Januar 18, 2010

 

                                             @Ramon Schack

 Knapp 8 Jahre nach dem Beginn der sog. Operation „Enduring Freedom“, sind die Taliban noch immer nicht besiegt.

Das Gegenteil ist der Fall. Im benachbarten Pakistan, ein Staat der mehr Einwohner zählt als Russland, zudem auch noch über Atomwaffen verfügt, sind die Taliban dabei an Macht  zu gewinnen. In dem unzugänglichen Grenzgebiet,  in der Region Waziristan, verfügen diese Steinzeitislamisten über ein riesiges Rückzugsgebiet.

Selbst in Afghanistan gibt es keine NATO-Kontrolle über das ganze Land, weder im umkämpften Süden und Osten, noch im relativ ruhigen Norden, wo die Bundeswehr sich in ihren Schutzburgen eingegraben hat, von der trügerischen Hoffnung getragen, größere Verluste an Menschenleben und Material vermeiden zu können.

Nun reichen ein paar gescheiterte Sprenstoffanschläge auf   deutschem Boden, so wie einige Überfälle auf deutsche Soldaten am Hindukusch glücklicherweise nicht aus, um bei der breiten Bevölkerung Panik und Hysterie auszulösen.Dem Terrorismus, der unweigerlich und unvermeidbar auf uns zukommt, begegnet man am besten  mit klarer Entschlossenheit und-soweit es geht-mit Gelassenheit.

Viel beunruhigender ist hingegen der Mangel an Kompetenz, der medienbezogene Konformismus, etc., welcher die parlamentarische Debatte in Berlin so realitätsfern erscheinen läßt.

In der westlichen Öffentlichkeit findet bezüglich Afghanistan  seit 2002 eine permanente Desinformation statt. Wer will denn schon zur Kenntnis nehmen, dass das abscheuliche Attentat von NINE ELEVEN nicht das Werk indoraischer afghanischer Freischärler, sondern saudi-arabischer Studenten war. Al Qaida ist keine afghanische , sondern eine saudische Organiation. Finanziert wird sie – so berichten US-Medien- zu einem wesentlichen Teil durch den Trust „DAR-el Maal el Islami“ des hoch angesehenen Prinzen Mohammed el Faisal und seinesgleichen. Vergessen wir auch nicht, daß Osama Bin Laden seine „Grüne Fremdenlegion einst in enger Kooperation mit dem CIA rekrutierte, um sie gegen die damalige sowjetische Okkupation Afghanistans einzusetzen. Sogar an der Aufstellung der Taliban-Horden des Mullar Omar waren amerikanische und pakistanische Geheimdienstler maßgeblich beteiligt. Viel zu spät entdeckten sie , daß sie sich  mit unheimlichen Gesellen eingelassen hatten:Lesen Sie dazu auch:  https://ramonschack.wordpress.com/2007/10/26/sleeping-with-the-devil-mit-dem-teufel-schlafensaudi-arabien-und-die-usa/

Die populistische Parole der Partei „Die Linke“, „Raus aus Afghanistan“, frei nach dem Motto-nach uns die Sinflut, ist sicherlich wenig hilfreich, sondern gilt nur einer erhofften Stimmenmaximierung.

Viel eher sollte man auf Experten hören, die über die benötigte Sachkenntnis verfügen, wie beispielsweise Peter Scholl-Latour:

In diesem Zusammenhang verweise ich auf  eines meiner Interviews mit Peter Scholl-Latour,  Lesebefehlhttp://www.freitag.de/politik/0911-afghanistan-obama-taliban-verhandlungen

Heute haben die Taliban das Regierungsviertel in Kabul unter Beschuss genommen. Lesebefehl:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/explosionen-in-kabul-taliban-nehmen-regierungsviertel-unter-beschuss;2514248

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5 Responses to “Afghanistan:Taliban greifen Kabul an”


  1. Hitler war Österreicher – folglich haben die Alliierten ganz klar das falsche Land bekämpft…

    😉

  2. ramonschack Says:

    Aron, bei allem Respekt, bei aller Freundschaft, Dein Vergleich hinkt doch gewaltig.

    Erstmal ist Al-Quaida, was immer man sich darunter vorstellen mag, kein Staat.

    Sicherlich hast Du es mitbekommen, nicht Afghanistan hat am 11. September 2001 die USA angegriffen, sondern ein paar junge Männer- überwiegend saudischer Nationalität.

    Im Zeitalter des asymmetrischen Krieges, ist mit der konventionellen Kriegsführung eh kein Blumentopf mehr zu gewinnen, geschweige den eine militärische Auseinandersetzung.

    Was nun Deine Bemerkung mit Hitler und Österreich angeht, möchte ich folgendes erwiedern.Als Hitler seine Heimat Österreich annektierte,war diese ja ein Bestandteil des damals sogenannten Großdeutschen Reiches. Also haben die Allierten doch auch Österreich bekämpft.

    Allerdings, das sollte man nicht unerwähnt lassen, haben sie diesem Staatsgebilde, nach dem 2. Weltkrieg, viel zu nachsichtig behandelt. Die These von Österreich, als dem ersten Opfer von Hitler,ist ja nicht nur eine Geschmacklosigkeit, sondern auch eine historische Unwahrheit.Die mangelnde Aufarbeitung der eigenen Geschichte, das klebrige Mozartkugel-Image,welches an dem Bild Österreichs haftet, spiegelt sich in der bedenklichen innenpolitischen Entwicklung, in diesem zweiten Deutschen Staat, wieder.

  3. Phil Says:

    Die Taliban haben die asymmetrische Kriegsführung zur Perfektion gebracht und führen den Westen vor wie dumme Schuljungen. Die „Koalition der Willigen“ ist offensichtlich eine „Koalition der Unfähigen“, die es nach 8 Kriegsjahren und massivstem Truppeneinsatz, sowie High-Tech Wunderwaffen nicht einmal mehr schaffen, die Hauptstadt Kabul zu sichern.


  4. die Al Qaida ist kein Staat – ebensowenig wie die NSDAP

    Saudi-Arabien (so mies man ihn auch finden mag) sehr wohl – ebenso wie Österreich

    PSL argumentiert damit, dass Al Qaida eine saudische Organisation sei, obwohl die Al Qaida Mitglieder (auch die saudischen) dem saudischen Staat feindlich gegenüber stehen – während sie im Talibanstaat herzlich willkommen waren – und dort ihre Zentrale samt ihren Terrorcamps betreiben konnten.

    auch der Österreicher Hitler stand dem österreichischen Staat (der war übrigens auch ziemlich mies – Stichwort Austrofaschismus)ebenso wie viele andere Österreicher, die den NS unterstützten feindlich gegenüber – und konnte von einem anderen Staat aus sein Unwesen treiben.

    in Afghanistan waren nicht die Afghanen Täter, sondern die Taliban, auch wenn alle Bewohner die Konsequenzen der Taliban-Herrschaft mit ihrer Al Qaida-Partnerschaft ausbaden mussten.

    ebenso sind in Deutschland und selbstverständlich auch Österreich nicht die Bewohner pauschal „Täter“ oder „Opfer“ gewesen, sondern, diejenigen, die die Wahnsinnspolitik betrieben und gewollt hatten – natürlich eine große Zahl von Bürgern beider Länder


  5. auch die RAF war zweifellos eine westdeutsche Organisation – auch wenn die DDR zweifellos auch ihre Finger mit im Spiel hatte und es eine ideologische Bruderschaft gab, so achtete man doch darauf, die RAF zumindest nicht augenscheinlich und offen zu unterstützen

    ein Staat wie die DDR war bei allen Fehlern klug genug einzuschätzen, dass dies große Probleme für sie bedeutet hätte.

    Die Taliban waren nicht so clever…

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