Afghanistan:Endsieg über die Taliban?

Februar 16, 2010

                                    @Ramon Schack

Zur Stunde finden im Süden Afghanistans heftige Kämpfe statt. Während ein Teil der deutschen Presse sich in dümmlichen Jubelmeldungen ergeht, dabei wie so oft zwischen  totaler Ahnungslosigkeit, Wunschdenken und organisierter Desinformation  pendelt, greife ich lieber auf die beste Tageszeitung der Welt zurück-die International Herald Tribune-um mir ein Bild der Lage zu machen.

 

Diese  militärische Auseinandersetzung-von gewissen Kreisen als der Endkampf zwischen der ISAF und den Taliban hochstilisiert, Kreise die schon 2002 von der totalen Vernichtung dieser Steinzeit-Islamisten gefaselt haben-findet auf uraltem historischem Boden statt.

Rund 500 Jahre vor Christus gründete dort der Religionsstifter Zarathustra seine Glaubensgemeinschaft, vom Leben als ewigem Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Dunkelheit, die später alle anderen großen monotheistischen Religionen nachaltig prägen sollte.

In dieser Stunde des Kampfes, des Blutvergiessens und des Todes, sollten wir den Soldaten und Zivilisten auf allen Seiten gedenken.Natürlich auch den Kriegern der Taliban.Persönlich werde ich Menschen- die bereit sind ihr Leben einzusetzen- niemals meinen Respekt verweigern .

In diesem Zusammenhang sei noch einmal daran erinnert, auch wenn ich mich  wiederhole, wie man Afghanistan schon seit der Frühphase der Menschheit bezeichnet:Als „Friedhof der Imperien!“.

„Afghanistan zun erobern ist leicht-es zu beherrschen unmöglich“-Diese historische Feststellung wird ignoriert, dabei hat schon die „Rote Armee“ diese Erfahrung machen müssen, an deren Ende der Niedergang des Sowjetimperiums stand, der ja nicht mit dem Fall der Mauer in Berlin seinen Anfang nahm.  

Auch die Briten haben dort historische Wunden geleckt. Gewiß, das Desaster von 1842, als die aus Kabul ausbrechende Garnision Ihrer Majestät mitsamt Familien und Hilfskräften in den Schluchten des Hindukusch durch Stammesangehörige massakriert wurde, gehört einer anderen Epoche an. Aber wie heiß es doch so treffend.”Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht begreifen und die Zukunft nicht meistern  ”  

Das damalige Ereignis war immerhin so sensationell, daß Theodor Fontane  dem einzigen Überlebenden, einem Militärarzt, der bis Jalalabad gelangte, eine Ballade widmete:”Mit Dreizehntausend der Zug begann; einer kam heim aus Afghanistan”

Lassen wir Peter  Scholl-Latour zu Wort kommen, der wieder einmal Recht behalten hat.Noch neulich sagte er mir am Telefon“Ich wünschte ja auch, meine Prognosen würden nicht immer eintreffen!“

Schon 2007, in dieser TV-Serie, warnte der Altmeister vor einem Scheitern des westlichen Engagements in Afghanistan.  

 

 

Peter Scholl-Latour – Zwischen Hass und Trauer – Der unheilige Krieg im Orient – 5/5

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One Response to “Afghanistan:Endsieg über die Taliban?”

  1. Josh Says:

    Danke für diesen Beitrag, die Reportage von PSL ist wie immer sehr lehrreich.

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