@Ramon Schack

Der irakische Diktator Saddam Hussein, dessen Gefangennahme im Dezember 2003 als billige Schmierenkomödie inszeniert und dessen Hinrichtung  durch den Strang unter skandalösen Begleitumständen vollstreckt wurde, war alles andere als ein islamischer Fundamentalist.

Wie sein Erzfeind und ideologischer Parteigänger in Damaskus, der inzwischen verstorbene Diktator Syriens Hefez el Assad, der der Sekte der Alawiten angehörte-wie übrigens alle Machtträger dort- und die aufsässigen Muslim-Brüder zu Zehntausenden massakrieren ließ, kannte auch der Diktator von Bagdad keine Gnade, wenn er irgendwo eine religiöse Verschwörung aufspüren ließ.    

 

Bei der Minderheit der Sunniten, der Saddam ja auch selbst angehörte, duldete er höchstens die mystischen Übungen der Derwisch-Orden,als Lokalkolorit und Folklore. Für Wahhabiten, die sich an das fundamentalistische Saudi-Arabien, dem islamischen Gottesstaat Nr 1 und engsten Verbündeten der USA, orientierten  , oder gar für salafistische Elemente, die im Verbund mit Dschihadisten ein neues Kalifat herbeibomben wollten, gab es kein Pardon. 

Hart ging Hussein auch gegen die schiitische Bevölkerungsmehrheit vor, die er instinktiv als potentielle Gegner und Agenten des ihm verhassten Iran ansah.Als glühender arabischer Nationalist, hatte er für sein arisch-iranisches Nachbarvolk nur Verachtung übrig, welche sich in seinem berüchtigtem Zitat aus der Zeit des ersten Golfkrieges wiederspiegelte.“Allah hat drei Plagen geschaffen-Perser, Juden und Fliegen! “  

Nachdem Ende der Saddam-Herrschaft und dem Zusammenbruch seines säkular nationalsozialistischen BAATH-Regimes, wurde-mit Ausnahme von Syrien- das letzte Regime beseitigt,welches sich noch auf den arabischen Nationalismus berief, der in den 1960er Jahren noch die Massen von Casablanca bis nach Aden in Wallung brachte. 

Statt eines Leuchtturmes der Demokratie im Irak, wurde eine neue Vormachtstellung des Irans errichtet, die im schiitischen Gürtel, der die syrische Wüste überwunden hat, und im Libanon, in unmittelbaren Kontakt mit Europa gerät, ihren Ausdruck findet.

Heute macht man in Washington dicke Backen, wenn man sich des unaufhaltsamen Aufstieges des Irans zur führenden Regionalmacht bewußt wird, als wäre diese Tendenz nicht vorher schon erkennbar gewesen. Seit 2002 haben die Amerikaner in ihrem „War against Terror“, die schlimmsten Feinde Teherans beseitigt, die Taliban in Afghanistan und eben Saddam Hussein im Irak.  Statt der pseudodemokratischen Phraselogie der Bush-Administration, hätte man seinerzeit in Washington lieber auf die dort ansässigen Orient-Experten hören sollen, um nach einem neuen starken Mann in Bagdad ausschau zu halten. In diesem Zusammenhang sei noch einmal daran erinnert, dass der Irak kein historisch gewachsener Nationalstaat ist, sondern von der reiselustigen und altjüngferlichen  britischen Agentin Getrude Bell erfunden wurde.  

Demzufolge ist es auch unmöglich, die Aufsplitterung  des Iraks, in seine ethnischen und religiösen Grundbausteine, durch „freie Wahlen“ zu verhindern. Lesen Sie dazu auch: http://www.handelsblatt.com/politik/international/irak-der-kampf-nach-dem-krieg;2541772

Der Horror, der den Irak seit dem Frühjahr 203 heimsucht, hat bei der Masse der Bevölkerung keine Saddam-Nostalgie aufkommen lassen.Dafür hatten seine Schergen zu blutig unter dem geprüften Volk gewütet.Doch die Frage sei erlaubt, wer ist heute in der Lage, die zentrifugalen Kräfte des Zweistromlandes, dort wo einmal die Wiege der Menschheit lag, zu bändigen und zusammenzufügen ? 

 

Mit Offenen Karten „Irak“ Entstehung des Staatsgebietes

„Jeder Mensch ist ein Geheimnis; dies gilt um so mehr für einen Menschen, dem man nie begegnet ist.“

Ilija Trojanow

 

Chic – Sometimes You Win

 

                          @Ramon Schack

 

In Afghanistan kämpfen Faschisten gegen Faschisten, zumindest wenn man einer neuen Propaganda-Offensive der Taliban Glauben schenken möchte.

Die dortigen deutschen Soldaten der ISAF- Gruppe seien Söldner der faschistischen Weltverschwörungsziele der USA, heißt es in diesem Statement.

Laut Aussagen zahlreicher Politiker und Medienvertreter im Westen handelt es sich bei den Taliban, wie auch bei den Kämpfern des ominösen Netzwerkes Al-Kaida, sowie bei dem amtierenden Präsidenten des Irans, trotz dessen intimer Feindschaft zu Taliban und Al-Kaida, um sogenannte „Islamofaschisten“. 

Diese merkwürdige Formulierung wird flankiert von der Bekämpfung zahlreicher neuer „Hitlers, die in den letzten Jahren anscheinend wie Pilze aus dem Boden gewachsen sind. Wer war in der jüngeren Vergangenheit nicht alles ein neuer Hitler?

Robert Mugabe in Simbabwe, Slobodan Milosovic in Serbien, Sadam Hussein im Irak,sowie Mahmud Ahmedineshad im Iran. Im Kosovo verursachten die Serben sogar ein neues „Ausschwitz“, wie es Joschka Fischer in einen seiner zahlreichen ideologischen Verirrungen einmal zum Ausdruck brachte.     

Der Begriff „Islamofaschismus“ ist Ausdruck einer betrüblichen historischen Fehlentwicklung im Westen. Anscheinend klebt der 2. Weltkrieg noch immer wie Hundekot unter den Schuhsohlen mancher Meinungsbildner und wird fleißig breitgetreten und weitergetragen. Heute lernen ja immer noch deutsche Kinder in Schulen Hitler war ein Faschist, beziehungsweise der Nationalsozialismus sei Faschimsus gewesen. Dabei handelt es sich bei Faschismus und Nationalsozialismus um 2 völlig verschiedene ideologische Systeme. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, der austrofaschistische Bundeskanzler Dollfuss fiel einem Attentat nationalsozialistischer Agenten zum Opfer.Berthold Brecht erwähnt in seiner Biographie, wie er im faschistischen Portugal, kurz vor seiner Flucht in die USA, jeden Abend die anti- Hitler- Karikaturen  an den Wänden Lissabons bewunderte. Sicherlich gab es faschistische Regime, vor allem aber faschisto- klerikale Regime, die Alliierte der Nationalsozialisten waren, wie Italien, die Slowakei und Kroatien im 2. Weltkrieg beispielsweise. Aber auch die stalinistische Sowjetunion war ja kurzzeitig ein Verbündeter des 3. Reiches, bei der Unterwerfung und Okkupation Mittel-Osteuropas.

Der von den Nazis missbauchte Arier- Begriff, welcher in grauenhafter Menschenverachtung und mörderischer Selektion gipfelte, bezeichnet ja schon seit der Frühphase der Menschheit  die Ethnien vom Ganges bis zum Kaukasus. Die indische Mythologie spricht  vom Arier-Einfall.

Vor vielen Jahren wurden wir in den entlegendsten Dörfern,  der nordindischen Bundesstaaten Punjab und Himachal-Pradesh, wo jede Streichholzschachtel mit einem Hakenkreuz versehen ist, freundlich als Verwandte begrüßt, da Deutsche und Inder ja beide Arier sein.  Dieser Begriff ist eher linguistisch als ideologisch zu verstehen. Schon sehr früh gab es in der Linguistik den Begriff „Indoeuropäer“, der später dann in Deutschland zum Neologismus „Indogermane“ mutierte. Eine linguistische Verwandtschaft ist ja tatsächlich deutlich zu erkennen und spannt einen Riesenbogen verwandter Idiome vom Atlantik bis zum Ganges in den Ebenen Indiens.

Der Begriff Arier stammt wohl selbst aus  Persien, Iran heißt auf deutsch „Land der Arier“, wo der dortige Kulturkreis sich in beinahe prüder Strenge von seinen Nachbarvölkern absonderte. Der letzte Shah Reza Pahlevi, dessen Herrschaft 1979 zusammenbrach, trug ja den Titel „Aria-Mehr“   -„Leuchte der Arier“.

Aber zurück nach Afghanistan :Lesebefehl: http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E360486D930894D15B1796E9158CA4957~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. 

Erasmus von Rotterdam

 

Machine – There But For The Grace Of God

                                       @Ramon Schack

Es war den vertraulichen Warnungen der CIA zu verdanken, aber auch der mangelnden Professionalität der Attentäter, daß die Bundesrepublik im Jahr 2007 vor fürchterlichen Terroranschlägen- einer gewissen “Islamischen Jihad Union” -verschont geblieben ist. Das wird nicht so bleiben, der Tag X wird kommen.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf mein Interview mit Konrad Freiberg, dem Präsidenten der deutschen Polizeigewerkschaft, aus dem Jahr 2007: http://www.bundestag.de/dasparlament/2007/19/innenpolitik/14812685.html

Der Fall Daniel S. hat mich damals stutzig gemacht, stammte dieser verhinderte Massenmörder doch aus dem banalen Ortsteil Herrensohr ,der biederen Kleinstadt Dudweiler im Saarland.

Dieser “homegrown Terrorism“, wie man es in der Anlosphäre ausdrücken würde, entstammt also nicht den sozialen Brennpunkten der urbanen Ballungszentren.Vielmehr handelte es sich bei den Tätern- vom  September 2007- zum Teil um junge Deutsche aus bürgerlichen Verhältnissen, die zum Islam konvertiert waren und nun die eigenen Landsleute und amerikanische Einrichtungen -auf deutschem Boden- in die Luft sprengen wollten.  

Weshalb kam es zum Abgleiten des jungen Daniel. S, aus dieser harmlosen spießigen Umgebung, in die grausame Unterwelt eines entarteten “Heiligen Krieges“?

Dieser Bombenleger aus Dudweiler habe als Kind unter der Scheidung seiner Eltern gelitten, lautete eine Erklärung.

Rührend, also wenn es danach ginge, dann wären die zum Islam konvertierten jungen Terroristen in Deutschland wohl nicht mehr zu zählen.Ein anderer Hinweis, in der Biographie des Daniel S., erscheint mir aufschlußreicher.Er sei als frommer, ja als fanatischer Katholik aufgewachsen.  Möglicherweise konnte ihm die Kirche nicht mehr jene festen Gewißheiten , jene Dogmen vermitteln, derer so viele Menschen, der unterschiedlichsten Coleur, bedürfen.Schon lange vor Mohammed hat der heilige Augustinus das fast identisches Gebet formuliert”unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir, oh Herr, ” .

In unserer Welt, in unserer krisenhaften- nicht ungefährlichen- Epoche, die auf beunruhigende Art und Weise immer religiöser wird, sind diese Worte von einer beklemmenden Aktualität.

Wie dem auch sei . In Wirklichkeit war es wohl ein religiöser Fanatismus , im Verbund mit unentschuldbaren Geltungsdrang, der  Daniel S dazu veranlasste , sich bei gedungenen Mördern einzureihen, um einen Islamischen Gottesstatt herbeizubomben.

Der schon erwähnten “Islamischen Dschihad Union“, die sich nur vage auf Al-Qaida beruft, sollte man die größte Aufmerksamkeit schenken.  

In einem Interview für die Süddeutsche Zeitung, sagte mir der bekannte Terorismus-Experte Berndt Georg Thamm:”In den Staaten Zentralasiens sind zahlreiche dschihadistische Aktivitäten zu beobachten. Sowohl aus dem Nahen Osten als auch aus dem Kaukasus und Afghanistan erhalten diese Kreise Zulauf und Unterstützung. Darüber hinaus sind mittlerweile Dschihadisten der turkistanischen Islamischen Dschihad Union in der Region vertreten, die mit Hilfe der al-Qaida ihren Einflussbereich durch Islamisten aus Europa, auch aus Deutschland, erweitern. Inzwischen hat diese Islamische Dschihad Union ihren Einflussbereich massiv ausgebaut. Wir erinnern uns, erst im September war Deutschland nur knapp Anschlägen eines Ablegers, eben jener ursprünglich aus dem pakistanischen Waziristan stammenden Dschihad-Union aus dem Sauerland entgangen.”

Lesebefehl:http://sz-shop.sueddhttp://sz-shop.sueddeutsche.de/mediathek/shop/Produktdetails/Buch+Der_Dschihad_in_Asien+Berndt_Georg_Thamm/4272922.do?extraInformationShortModus=false 

Die Mitglieder der Sauerlandgruppe sind zu harten Hafstrafen verurteilt wurden

Lesebefehl:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/urteil-gegen-sauerland-gruppe-bis-zu-zwoelf-jahre-haft;2540381

Und ich habe nur die Hälfte dessen beschrieben, was ich gesehen habe….”

Marco Polo

 

Madonna – Jump

                   @Ramon Schack

Der Polizeichef des Emirat Dubei fordert einen internationalen Haftbefehl gegen Benjamin Netanjahu.  http://www.welt.de/politik/ausland/article6629570/Polizeichef-fordert-Haftbefehl-gegen-Netanjahu.html

Mit Benjamin Netanjahu verbinden mich persönlich schmerzhafte Erinnerungen.Im Frühjahr 1999, bevor  „Bibi Netanjahu, von den Wählern aus dem Amt gefegt wurde, erlebte ich in Israel  den damaligen Wahlkampf aus nächster Nähe.  An der Universität von Tel Aviv schrieb ich meine Diplomarbeit über die russische und äthiopische Einwanderung nach Israel, in den 1990er Jahren. Eine mehrmonatige Reise durch den Nahen Osten, die mich  in den Libanon, Syrien, Jordanien, Westbank, Gaza, Saudi-Arabien und anschließend nach Ägypten führte, war diesem akademischen Aufenthalt vorausgegangen.  

Jeden Morgen verließ ich das Haus meiner charmanten Gastgeberin A. Lehrmann, der Tochter des Kneipen-Königs von Hamburg, und fuhr mit dem Bus nach Tel Aviv. Von der Central Bus Station ging ich meistens zu Fuß zur Universität , von einigen gelegentlichen Abstechern nach Banana Beach einmal abgesehen.

When I was younger so much younger then today. Tel Aviv Israel Spring 1999 von Ihnen.

Foto:Banana Beach Tel Aviv

 

When I was younger so much younger then today. Tel Aviv Israel Spring 1999 von Ihnen.

Foto:Tel Aviv

 

 Die Begegnung mit Tel Aviv, dieser unerhörten, hedonistischen und lebenshungrigen Metropole, war damals, in diesem friedlichen, letzten Jahr des vergangenen Jahrhunderts, ein betörendes, nahezu erotisches Erlebnis.

When I was younger so much younger then today. Tel Aviv Israel .Spring 1999 von Ihnen.

Foto:Ramon Schack in Tel Aviv 1999-auf dem Weg zur Uni?

 

Eines Tages, geriet ich in eine Wahlkampfveranstaltung von Benjamin Netanjahu, am Carmel Market.

Diese Gegend, überwiegend von Sefaradim bewohnt, oder Misrachim  wie man heute sagt, also orientalischen Juden die einst aus islamischen Ländern eingewandert sind, galt damals wie heute als Hochburg der nationalkonservativen Likud-Partei von Netanjahu. Der Likud  galt einst als Partei der „polnischen Krawattenträger”, als politisches Gegenwicht zur streng sozialistischen Kibbuz-Ausrichtung der Arbeiterpartei. In den ersten Jahren nach der Staatsgründung war der Likud in Israel zu einer ewigen Opposition verdammt Erst 1977, unter Menachim Begin, basierend auf der veränderten Demographie in Israel, gelang der Likud zur Macht.

 Ausgerechnet die Sefaradim, die äußerlich kaum von Arabern zu unterscheiden sind und damals die Bevölkerungsmehrheit erlangten, basierend auf höheren Geburtenraten, wählten Likud aus Protest gegen die Dominanz der politischen linken Elite, die überwiegend Ashkenazim, als europäischen Ursprungs war und ist.  

Diese Tendenz ist bis heute erkennbar, obwohl es seitdem erneute gravierende Veränderungen gab. Die Masseneinwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion beispielsweise, jeder fünfte Israeli gehört in diese Gruppe, als auch die stärkere ethnische Durchmischung, wofür die Armee als Schmelztiegel des jüdischen Staates einige Verantwortung trägt.

When I was younger so much younger then today Tel Aviv Israel Spring 1999 von Ihnen.

Foto:Tel Aviv

Aber zurück zu der erwähnten Wahlkampfveranstaltung mit Netanjahu. Am Carmel Market herrschte große Aufregung.

Zahlreiche Anhänger Bibis hatten sich eingefunden, ebenso zahlreiche Gegendemonstranten. Ein Sicherheitsbeamter sprach mich an, fragte woher ich komme, was ich hier wolle und kontrollierte meine Tasche. Wie es der Zufall so will, entdeckte der Beamte meine Nagelschere, die ich einige Tage zuvor verzweifelt gesucht hatte. Triumphierend, wie ein potentielles Mordwerkzeug, hielt er die Nagelschere in die Höhe, ich habe die Szene noch genau vor Augen.

Das Mißverständnis wurde schnell aus dem Weg geräumt und ich begab mich in die Menge der Schaulustigen. Umrundet von schreienden Anhängern und Gegnern des damaligen Premiermisters, wartete ich auf Netanjahu, der einen Rundgang   über den Markt angekündigt hatte.

Nach einiger Zeit tauchte er schließlich auf, das Blitzlichtgewitter setzte ein, die Buh-und Jubelrufe wurden lauter.

Noch bevor ich Netanjahu zu Gesicht bekam, verspürte ich einen stechenden Schmerz im linken Fuß. Irgendein gewichtiges Individuum hatte sich auf meinen Fuß gestellt und fühlte sich dort wohl, ja die Person schien sich auf meinen Fuß zu drehen bis es quietschte.

Schließlich erkannte ich, wer meinen Fuß als Plattform mißbrauchte, es war Netanjahu selbst. Milde lächelte der Ministerpräsident von meinem Fuß aus in die Kameras. Für einen kurzen Moment spielte ich mich dem Gedanken Bibi wegzustoßen, um meinen Schmerzen ein Ende zu bereiten. Ich entschied mich dann allerdings doch dafür, den Märtyrer zu spielen.

Nach einigen Minuten zog Netanjahu, dieses politische Schwergewicht, weiter. Verärgert humpelte ich durch Tel Aviv.

Als ich am Abend bei meiner Gastgeberin  eintraf, empfing diese mich lachend mit folgenden Worten”  Ich habe Dich heute im Fernsehen gesehen, direkt hinter Netanjahu, es lief in den Nachrichten.  Hast Du es eigentlich schon einmal als Comedian versucht? Du hast ein Gesicht gezogen, wirklich drollig, als würde Dir die Anwesenheit Netanjahus persönlich Schmerzen bereiten” .

Lass dir von den Steinreichen erzählen. Sie sind anders als du und ich. Sie haben Besitz und können ihn früh genießen, und das – macht sie weich, wo wir hart sind.

F. Scott Fitzgerald

 

Soul Train Line Dance to Glady’s Knight & The Pips

  „So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom und treiben doch stetig zurück, dem Vergangenem zu.“

                                      F. Scott Fitzgerald

                                      @Ramon Schack

Wie schlimm muss es eingentlich um die Freiheit in Europa bestellt sein, wenn man den niederländischen Polit-Transvestiten Geert Wilders als Freiheitskämpfer bezeichnet ?  

Ist es die Angst ältlicher weisser Männer, eine Sehnsucht nach simplen Weltbildern, die zu solchen  geistigen Deformationen führt?   

Sicherlich, Herr Wilders hat das Recht seine häufig wechselnden Meinungen zu verkünden. Es ist ein Skandal, wenn man aufgrund dessen bedroht wird, oder sogar  unter Polizeischutz steht.

Mit dem Titel Freiheitskämpfer schmücken sich allerdings viele zweifelhafte Zeitgenossen, wie zum Beispiel Holokaust-Leugner und Dschihadisten. Ist es deshalb trotzdem notwendig einen faulen Kunden wie Wilders so zu hofieren, so unkritisch zu bejubeln, besonders wenn man von sich glaubt die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben ?  

Die Menschen haben sich schon immer für nichts leichter mobilisieren lassen, als für Hass-Tiraden, gerade in Zeiten sozialer Umbrüche, oder des gesellschaftlichen Niederganges.

Die Geschichte bietet diesbezüglich ja reichlich Anschauungsmaterial.

Es ist deshalb auch nur von zweitrangiger Bedeutung, auf hohe Umfragewerte, oder steigende Wahlchancen zu verweisen, wie im Falle von Geert  Wilders.  

Nachdem er jahrelang den Wohlfahrtsstaat beseitigen wollte, schlägt das Herz von Wilders plötzlich links:Lesebefehl: 

http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E18F55DB3A682412797B9187163AAEDAB~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Zitat des Tages

Februar 25, 2010

Wenn es einen Weg gibt,
etwas besser zu machen,
finde ihn…

Thomas Alva Edison